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Virale Leberentzündungen können chronisch verlaufen und zu gravierenden Folgeerkrankungen führen. „Es ist beunruhigend, dass gerade junge Leute so wenig für das Risiko sensibilisiert sind“, sagt Dr. Stefan Mauss vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). Dabei erkranken in Deutschland jedes Jahr gut 5.000 Menschen an Leberkrebs, weil sich die Symptome einer Hepatitis-Infektion oft schleichend und unverdächtig entwickeln und deshalb nicht ernst genommen werden.
Die wichtigsten Übertragungswege für die gefährlichen Formen der Hepatitis-Infektionen sind Blutkontakte und der Austausch von Körperflüssigkeiten. „Wer meint, aufgrund seines Lebenswandels davor gefeit zu sein, der irrt sich in vielen Fällen“, erklärt Dr. Mauss. „Hepatitis B wird beispielsweise in mehr als der Hälfte der Fälle durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Aber auch kleinere Verletzungen, Tätowierungen oder Piercings stellen eine Infektionsquelle dar.“
Immerhin ist die Durchimpfungsrate gegen Hepatitis A und B bei den unter 30-Jährigen mit 68 Prozent relativ hoch. Damit ist allerdings die Gefahr nicht für jeden gebannt. Es gibt etwa fünf bis zehn Prozent Impfversager. Für Hepatits C gibt es keinen Impfstoff und mithin keinen Impfschutz. „Es gibt heute gute Therapien, mit denen eine Hepatits im Falle der Hepatitis B kontrolliert und der Hepatitis C in den meisten Fällen geheilt werden kann“, betont der Leberspezialist. Das Wissen über die Erkrankung ist eine Voraussetzung für die Vermeidung der gravierenden Folgen einer Hepatitis-Infektion.