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10.12.2018

Regressdrohung und Generika-Quote: Innovative Arzneimittel sind nicht gefragt


"Für eine moderne, leitliniengerechte internistische Therapie gehört die Behandlung mit Medikamenten zu den Grundpfeilern des Faches", sagt Dr. Franz Josef Heil vom Vorstand des Berufsverbandes der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng). "Dennoch verbindet der Gesetzgeber systematisch die Forderung nach einer qualitätsorientierten Versorgung mit Arzneimitteln mit einer strikten Ausgabenbegrenzung, die kaum Platz für die Verordnung von neuartigen Medikamenten lässt."

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Vertretungen der Kassenärzte jedes Jahr mit den Verbänden der Krankenkassen eine Arzneimittelvereinbarung abschließen müssen. Darin werden Versorgungs- und Wirtschaftlichkeitsziele festgelegt, die die Therapiefreiheit gefährden. Unter anderem wird eine sogenannte "Generika-Quote" definiert, eine Disziplinierungsmaßnahme, damit Ärzte vor allem alte, patentfreie Medikamente verordnen und nicht neu entwickelten, modernen Medikamenten den Vorzug geben. Ärzte, die sich im Interesse ihrer Patienten nicht daran halten, werden mit einem Regress bedroht, das heißt sie müssen diese Medikamente selbst bezahlen.

Magen-Darm-Ärzte sehen sich in besonderer Weise dieser Bedrohung ausgesetzt, denn mit einer Generika-Quote von rund 23 Prozent liegen sie weit unter dem Durchschnitt aller Fachgruppen. Angemessen wäre allerdings die umgekehrte Betrachtung. Denn die niedrige Quote spiegelt wider, dass Magen-Darm-Ärzte ihren vielen chronisch erkrankten Patienten mit fortschrittlichen Medikamenten ein weitgehend beschwerdefreies Alltagsleben ermöglichen.

"Patienten werden vor allem dann zu fachärztlichen Internisten überwiesen und von ihnen behandelt, wenn einfache Therapien beim Hausarzt nicht zum Ziel geführt haben, medizinisch nicht angemessen oder nicht ausreichend sind. Dann sind in sehr vielen Fällen neue, innovative Behandlungen erforderlich, die durch die Verordnung von billigen, nicht mehr patentgeschützten Arzneimitteln aus dem generikafähigen Markt nicht möglich sind", so Dr. Heil.


(c) 2011, Gemeinschaft niedergelassener endoskopisch tätiger Internisten im Saarland e.V.