GENESIS - Die Magen-Darm-Experten im Saarland
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03.03.2020

Qualifikation unerwünscht

Fachpersonal in Arztpraxen nur ein Luxusgut?


"Die gute Qualifikation des nicht-ärztlichen Fachpersonals ist ein Grundpfeiler für die hohe Leistungsfähigkeit in unseren Praxen", sagt Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Leider werden die Fähigkeiten und die Bereitschaft unserer Mitarbeiter, spezielle Kenntnisse zu erwerben, in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen."

Der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte engagiert sich seit vielen Jahren für die Ausbildung von Fachkräften, die sachkundig bei endoskopischen Untersuchungen assistieren, eigenständig für die hygienisch anspruchsvolle Aufbereitung von Instrumenten sorgen oder die Betreuung von chronisch erkrankten Menschen intensiv begleiten. "Diese verantwortungsvollen Tätigkeiten können gar nicht hoch genug geschätzt werden", betont Dr. Mainz. "Ohne sie ist eine angemessene Versorgung unserer oft schwer kranken Patienten gar nicht denkbar."

Tatsache ist allerdings, dass die Personalkosten nicht nur völlig unzureichend, sondern darüber hinaus auch sachlich falsch in den Vergütungsstrukturen für Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung abgebildet werden. Das betrifft zum einen die Zahl der erforderlichen Fachkräfte. Zum Beispiel im Bereich Sedierung: Medizinische Leitlinien fordern zwei Assistentinnen für eine koloskopische Untersuchung im Dämmerschlaf. Abgerechnet werden dürfen gerade mal 1,25 Fachkräfte.

"Es ist darüber hinaus ein fortwährender Skandal, dass Personalkostenzuwächse nicht angemessen kompensiert werden", ergänzt Dr. Mainz. "Auch die Ausbildungskosten für CED- und Hepatits-Nurse, für Hygienefachkraft oder Sedierungsassistentin müssen die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte selbst aufbringen. Vor dem Hintergrund der massiven Honorarkürzungen im Zuge der Reform der Vergütungsstrukturen sind die nötigen Mittel hierfür immer schwerer zu erwirtschaften. Wenn unser Personal zudem zunehmend an Krankenhäuser mit ihren attraktiveren Vergütungssätzen abwandert, ist die ambulante Versorgung von Patienten akut gefährdet."


(c) 2011, Gemeinschaft niedergelassener endoskopisch tätiger Internisten im Saarland e.V.