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16.09.2019

Patienten leiden unter den Fehlern im Gesundheitssystem

Ungerechte Ärzteschelte


Die Nachfrage nach (fach-)ärztlicher Behandlung ist so stark gestiegen, dass sie das im Gesundheitssystem mögliche und zulässige Angebot bei weitem übersteigt. "Lange Wartezeiten haben in der Regel nichts mit schlechtem Terminmanagement zu tun", erklärt Dr. Franz Josef Heil vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng). "Diese oft geäußerte Ärzte-Schelte wird nicht dadurch richtiger, dass sie ständig wiederholt wird."

Ursachen für die steigende Nachfrage bei Behandlungsterminen sind vor allem die Fortschritte der Medizin mit verbesserten Möglichkeiten der ambulanten Behandlung, die Überalterung der Gesellschaft, aber auch das unkoordinierte Aufsuchen von (Fach-)Ärzten ohne medizinische Notwendigkeit. Aus Sicht der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte gibt es zwei Möglichkeiten, die Situation zu verbessern.

Entweder man vermindert die Nachfrage nach Arztterminen, und zwar möglichst ohne die medizinische Versorgungsqualität zu gefährden. Das läuft auf die Vermeidung von Facharztbesuchen hinaus, die Patienten ohne medizinische Notwendigkeit aus eigener Initiative veranlassen. Diesbezüglich hat der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen, beispielsweise kürzlich vorgeschlagen, dass Patienten, die an einem Hausarztmodell teilnehmen, niedrigere Beiträge an die Krankenkassen bezahlen sollen, als Patienten, die ungesteuert und ohne Koordinierung durch den Hausarzt Fachärzte aufsuchen wollen.

Oder man erhöht das Angebot der ärztlichen Versorgung in den Arztpraxen. Dem stehen allerdings systembedingte Hindernisse im Wege: eine repressive Arztzahlbegrenzung (die sogenannte "Bedarfsplanung"), eine streng budgetierte Finanzierung der ambulanten ärztlichen Versorgung (die sogenannte "Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung") und der zunehmende Ärztemangel nicht nur bei Hausärzten, sondern auch bei Fachärzten. Dabei ist der Ärztemangel eine Folge der seit Jahren eng begrenzten Zahl an Medizinstudienplätzen.

"Alle diese Regelungen haben sich nicht die niedergelassenen Ärzte und ihre Selbstverwaltung ausgedacht, sondern sie sind vom Gesetzgeber beschlossen worden", betont Dr. Heil. "Wartezeiten auf Arzttermine sind keine Folge von schlechter Organisation, daran kann auch ein noch so exzellentes Terminmanagement nichts ändern."


(c) 2011, Gemeinschaft niedergelassener endoskopisch tätiger Internisten im Saarland e.V.