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06.07.2020

Einladung steigert Darmkrebsvorsorge

Jetzt nur nicht nachlassen!


Vorab veröffentlichte Zahlen der statistischen Erfassung von Leistungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung zeigen den Erfolg des neuen Einladungsverfahrens bei der Darmkrebsvorsorge: Die Zahl der Vorsorge-Darmspiegelungen hat nach der Einführung deutlich zugelegt.

Seit einem Jahr sind die gesetzlichen Krankenkassen aufgefordert, alle ihre anspruchsberechtigten männlichen  Mitglieder ab 50 Jahren und Frauen ab 55 Jahren alle fünf Jahre schriftlich zur Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge einzuladen. Die Zahlen des Zentralinstituts der Kassenärztlichen Versorgung (ZI) zeigen, dass 2019 im Vergleich zum Vorjahr 63.600 Bürger (14,4 %) mehr das Angebot einer Vorsorge-Darmspiegelung angenommen haben. In einzelnen Regionen legte die Nachfrage sogar um bis mehr als 20 % zu.

"Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung", sagt Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Denn mit der Darmspiegelung bieten die gesetzliche Krankenversicherer ihren Versicherten eine wirklich erfolgreiche Methode zur Vermeidung einer der verbreitetesten Tumorerkrankungen an."

Im Zuge der Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie haben mehr als 80 % der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte einen deutlichen Rückgang bei der Darmkrebsvorsorge registriert. Inzwischen bieten aber so gut wie alle Praxen die gesetzlich geregelten Vorsorge-Darmspiegelungen wieder uneingeschränkt an. Die bewährten Hygienekonzepte sorgen für einen angemessenen Schutz von Patienten und Personal. "Niemand muss aus Angst vor Corona auf die Untersuchung verzichten, die Darmkrebs effektiv verhindern kann", betont Dr. Mainz.

Bedauerlicherweise wird der Erfolg des Einladungsverfahrens allerdings durch neue Sparmaßnahmen der Krankenkassen konterkariert. Seit dem 1. April drängen sie darauf, die Untersuchungszeiten zu verkürzen. Statt der aus medizinischer Sicht erforderlichen 32 Minuten, sollen die Ärzte die ganze Prozedur in nur 18 Minuten durchziehen. "Die zunehmende Motivation der Menschen, auf eine schriftliche Einladung hin tatsächlich zur Darmkrebsvorsorge zu gehen, ist ein großer Erfolg. Es wäre prekär, wenn dieser Erfolg wegen erzwungener Qualitätsabstriche bei der Untersuchung zunichte gemacht würde", warnt Dr. Mainz.


(c) 2011, Gemeinschaft niedergelassener endoskopisch tätiger Internisten im Saarland e.V.