GENESIS - Die Magen-Darm-Experten im Saarland
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01.07.2019

Aufklären, vorbeugen, früherkennen

Krebs ist besiegbar


"Es ist eine bestürzende Tatsache, dass in Deutschland immer noch jedes Jahr rund 26.000 Menschen an Darmkrebs versterben, obwohl die Krankheit verhindert bzw. bei rechtzeitiger Diagnose geheilt werden kann", erklärte Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng) anlässlich eines interdisziplinären Symposiums zur "Neuvermessung der Onkologie" in Berlin. Ärzte aus der ganzen Bundesrepublik haben dort unter dem Motto "Vision zero" einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, mit dem das Ziel einer drastischen Senkung der Sterberaten bei Krebserkrankungen erreicht werden kann.

"Krebs kann jeden treffen", erläutert Dr. Beyer. "Eine gesundheitsbewusste Lebensweise kann sehr viel dazu beitragen, der Entstehung von Tumoren keinen Vorschub zu leisten. Rauchen, Alkohol, einseitige Ernährung und Übergewicht belasten den Körper und begünstigen die Entstehung von Krebs. Prävention hat einen hohen Stellenwert und sollte zum Regelstoff im Schulunterricht gehören."

Das Darmkrebs-Screening-Programm hat in den letzten zwei Jahrzehnten beispielhaft gezeigt, das strukturierte Früherkennung die Sterberate bei Darmkrebs senkt. "Wir könnten sehr viel mehr erreichen, wenn die Menschen das Angebot der gesetzlichen Krankenkassen zum Schutz vor Krebs stärker in Anspruch nehmen würden", sagt Dr. Beyer. "Um dies zu erreichen, müssen wir die durchaus vorhandenen Konzepte und Projekte zur Intensivierung der Früherkennung entschlossener umsetzen. Die Einführung des Einladungsverfahrens, die Einbindung von Hausärzten, die Ansprache von nahen Angehörigen von Krebspatienten auf ihr erhöhtes Erkrankungsrisiko sind erfolgversprechende Ansätze, die in Deutschland leider immer nur sehr zögerlich umgesetzt werden."

Für die Magen-Darm-Ärzte ist darüber hinaus von entscheidender Bedeutung, dass neue diagnostische und therapeutische Verfahren zur Versorgung von Krebspatienten schnell und umstandslos in die ambulante Versorgung aufgenommen werden. "Es ist unerträglich"; so Dr. Beyer, "wenn die zuständigen Behörden und die Krankenkassen den anerkannten medizinischen Fortschritt immer wieder aus Kostengründen behindern. Neue innovative Verfahren, die dazu beitragen, Krebs zu heilen und die Prävention zu verbessern, sind nicht umsonst zu haben. Die Einführung erfordert Investitionen, die niedergelassene Ärzte in der Regel alleine stemmen müssen. Das kann nur funktionieren, wenn sich dieses Engagement letztlich auch adäquat in Anpassungen der Vergütungsstrukturen widerspiegelt."


(c) 2011, Gemeinschaft niedergelassener endoskopisch tätiger Internisten im Saarland e.V.