GENESIS - Die Magen-Darm-Experten im Saarland
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Magenspiegelung (Gastroskopie)

Ãœbergang von der Speiseröhre zum Magen
Ãœbergang von der Speiseröhre zum Magen
Normales Magenrelief

Die Spiegelung (Endoskopie) ist eine Untersuchung, mit der man mit einem
dünnen, biegsamen Schlauch mittels eines  optischen Systems aus Glasfasern 
das Innere des Magen-Darm-Trakts sichtbar machen kann. Der Magen-Darm-Trakt stellt insgesamt ein langes Schlauchsystem dar, das mit der Mundöffnung beginnt, am After endet und aus Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm, Dünndarm und Dickdarm besteht. Der Magendarmtrakt nimmt eine ganz zentrale Stellung in  unserem Organismus ein, da er als riesige Austauschfläche zwischen Körperinnerem und Außenwelt der Nahrungsaufnahme und der Ausscheidung dient. Kommt es zu Beschwerden, kann das entsprechend weitreichende Folgen haben.

Um den Ursachen etwaiger Beschwerden auf den Grund zu gehen, führen wir mit modernsten Geräten die Spiegelung durch. Das alles hat nichts mehr mit den dicken, unbeweglichen Schläuchen der Pioniertage zu tun. Aufgrund enormer technischer Fortschritte ist die Spiegelung des Magens heute eine Routineuntersuchung geworden. Insgesamt ist die Magenspiegelung eine schmerzlose Untersuchung, der eine hohe Aussagekraft zukommt, da man mit ihr direkt, naturgetreu und in Farbe die innere Oberfläche der Organe betrachten und zur Dokumentation auch fotografieren kann.
Neben dem optischen System verfügt der Spiegelungsschlauch auch noch über
einen Arbeitskanal, über den man kleine Instrumente einführen und so millimetergroße Gewebeproben zur Untersuchung entnehmen kann. Die Untersuchung kann ambulant, das heißt in der Praxis eines erfahrenen Endoskopikers (Internist/Gastroenterologe) durchgeführt werden. Komplikationen sind dank des steten technischen Fortschritts sehr selten, die routinemäßige Spiegelung ist selbst bei Patienten, die an anderen Grunderkrankungen leiden, ungefährlich. Da der Magen für die Untersuchung vollständig leer sein muss, sollte der Patient nüchtern sein, die letzte Mahlzeit mindestens 12 Stunden zurückliegen. Auch Flüssigkeiten sollten nicht zu sich genommen werden. Die Untersuchung selbst kann im wachen Zustand
durchgeführt werden. Sie ist schmerzlos und von nur kurzer Dauer, durchschnittlich unter 10 Minuten. Bei ängstlichen Patienten kann auch eine Sedierung erfolgen. Der Patient schläft dann während der Untersuchung.

Zu den Beschwerden und Erkrankungen, die mit einer Magenspiegelung abgeklärt werden können, gehören jedwede Art von Schluckstörungen, auch Schmerzen beim Schluckakt, Sodbrennen, Entzündungen und Geschwüre des Magens sowie des Zwölffingerdarms und das Auffinden von bösartigen Tumoren.
Mittels der Magenspiegelung können bei entsprechender Indikation auch Ernährungssonden gelegt werden. Diese haben den Vorteil, das schwerkranke Menschen nicht über Schläuche  durch die Nase ernährt werden müssen, sondern dass man ihnen die Nahrung über ein Ventil 
direkt in den Magen geben kann.

 

Informationen zu den einzelnen Krankheitsbildern.

Refluxkrankheit (Entzündung der Speiseröhre) und Sodbrennen

Sodbrennen ist ein brennender Schmerz hinter dem Brustbein, der vor allem im Liegen und nach Mahlzeiten auftritt. Der Schmerz entsteht durch den Rückfluss von saurem  Magensaft in die Speiseröhre, da entweder zu viel von dem sauren Sekret produziert wird oder aber der Verschlussmechanismus am Mageneingang unzureichend ist. 
In den westlichen Industrieländern leiden etwa 15 bis 20 % der Bevölkerung unter Sodbrennen. Zu einer tatsächlichen Entzündung der Speiseröhrenwand kommt es dabei jedoch nur bei jedem Dritten. Bei der Spiegelung sind dann gerötete, teils erodierte Schleimhautbezirke zu sehen. Sodbrennen selbst ist nicht gefährlich, kann aber für den Patienten sehr unangenehm sein. Aus medizinischer Sicht wird die Spiegelung vor allem
deshalb durchgeführt, da sich hinter Sodbrennen oder erst seit kurzem aufgetretenen Schluckstörungen schwerere Entzündungen oder aber auch bösartige Tumore der Speiseröhre verstecken können. 

Die Behandlung von Sodbrennen und der Refluxerkrankung  besteht darin, die Menge an saurem Magensaft, der an die Speiseröhrenschleimhaut gelangt, zu verringern. Dies kann durch Medikamente geschehen, die meist über eine längere Zeit eingenommen werden müssen. Hilfreich ist es auch, Gewichtsprobleme anzugehen, vor dem Schlafengehen keine großen Mahlzeiten mehr zu  sich zu nehmen und Alkohol und den Fettgehalt in der 
Nahrung zu reduzieren.
Eine Bagatellisierung bzw. eine falsche Selbstbehandlung kann bei stetigem Säurereflux zu einer entzündlichen Dauerreizung der Speiseröhrenschleimhaut mit Umwandlung in bösartiges Gewebe führen, weshalb unter dem Nutzen-Risiko-Aspekt eine Dauerbehandlung mit Protonenpumpenblockern als Dauermedikation häufig notwendig wird.
Diese Medikamente bremsen die Säureproduktion direkt vor Ort in der Zelle.

In besonders schweren Fällen bleibt als ultima ratio noch die Operation.
Neben dem sauren Magensaft können auch andere Substanzen (Alkohol, Pilze, etc.) eine Entzündung der Speiseröhrenwand hervorrufen.

Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

Die Gastritis kann medikamentös (siehe unter Ulcus ventrikuli/duodeni) hervorgerufen sein. Auch Umweltfaktoren, Stress, Nikotin, Alkohol sind häufig Ursache der Magenschleimhautentzündung. Helicobacter (siehe unten) unterhält eine Gastritis.
Die Behandlung der Gastritis mit Krankheitssymptomen wie Unwohlsein, Magendruck, Völlegefühl u.s.w. erfolgt kurzzeitig medikamentös. Wird Helicobacter nachgewiesen, erfolgt eine Eradikation (siehe unten).

Bakterielle Helicobacter pylori-Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das sich dem sauren Milieu des Magens angepasst hat und tatsächlich in den Magenfalten überleben kann. Das ist möglich, da das Bakterium mit einer Reihe von Stoffwechselleistungen (Enzymen) ausgestattet ist, die es selbst vor der ätzenden Säure schützen, dem Magen aber wiederum Schaden zufügen können.
Ungefähr die Hälfte der Weltbevölkerung ist mit Helicobacter pylori infiziert, Beschwerden treten jedoch nicht bei jedem und wenn, dann auch erst nach geraumer Zeit auf. Meistens wird die Infektion im Kindesalter erworben. Wie die Beschwerden aussehen, ist nicht vorherzusagen: man kann beschwerdefrei sein, eine Magenschleimhautentzündung bis hin zum Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür entwickeln oder auch zu dem geringen 
Prozentsatz an Patienten gehören, deren Magengewebe infolge der Infektion zu einem Schleimhaut-assoziierten T-Zell-Lymphom (MALT-Lymphom) entartet. Aus diesem Grund hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Helicobater pylori auch als erstem Bakterium überhaupt krebsauslösende Eigenschaften zugesprochen. Allen Erscheinungsformen 
gemeinsam ist, dass das menschliche Abwehrsystem nicht in der Lage ist, das Bakterium alleine loszuwerden. Das kann nur mit Hilfe einer Kombinationstherapie aus 2 Antibiotika und einem Protonenpumpenhemmer geschehen, die über eine Woche eingenommen werden müssen. Das ist langwierig und für den Patienten nicht ganz angenehm, aber leider die einzige Möglichkeit. Aus diesem Grund ist die Mithilfe und 
Therapietreue des Patienten auch so wichtig. Ist die Therapie erfolgreich, ist die Wahrscheinlichkeit, sich erneut anzustecken, sehr gering.

Ulkus ventrikuli/duodeni (Geschwür Magen/Zwölffingerdarm)

Ein Geschwür im Magen oder Zwölffingerdarm ist häufig medikamentös (z.B. Aspirin, Rheumamittel – eines der häufigsten ist Diclofenac -) hervorgerufen. Auch Umweltfaktoren, Stress, Nikotin, Alkohol begünstigen ein Geschwür. Ein Geschwür im Magen bleibt  endoskopisch kontrollbedürftig bis zur letztendlichen Abheilung, weil sich Magenkrebs auch als Geschwür darstellen kann. Auch bei diesem Erkrankungsbild ist der Protonenpumpenhemmer die Standardtherapie. Bei Nachweis eines Geschwürs wird meist eine Schnellprobe auf Helicobacter (ein Magenbakterium) neben einer histologischen Untersuchung veranlasst. Ist der Test positiv wird eine Eradikation veranlasst: Die Protonenpumpenhemmer werden dann zusätzlich mit einer Zweifachkombination von Antibiotika verabreicht. Ob die Eradikation (Beseitigung des Keimes) erfolgreich war, kann über eine Stuhlprobe bzw. über einen Atemtest einige Wochen nach Abschluss der Behandlung geprüft werden. Helicobacter ist ein Bakterium, das Magen- und  Zwölffingerdarmgeschwüre unterhält.

Magenpolyp

Magenpolypen bis zu einer Größe von 2 – 3 mm sind meist harmlose Gewebswucherungen. Sind sie größer, sollten sie regelmäßig überwacht und gegebenenfalls entfernt werden.

Magenkarzinom

Gewichtsverlust, Bluterbrechen, Völlegefühl, Aufstoßen können Hinweise auf einen bösartigen Magentumor sein. Die vorgenannten Krankheitszeichen können einzeln oder in Kombination auftreten. Eine Gastroskopie ist dann immer notwendig, um einen bösartigen Magentumor auszuschließen.
Genetische Faktoren, Ernährungsgewohnheiten (geräuchertes, gepökeltes Fleisch) und andere Erkrankungen (Helicobacter pylori-Gastritis, große Magenpolypen, Autoimmungastritis, frühere Magenoperationen, etc.) spielen bei der bösartigen Gewebeumwandlung eine Rolle.
Das Problem ist, dass zuvor erwähnte Beschwerden meist erst sehr spät auftreten. Die frühe Diagnose mittels einer Magenspiegelung kann hier Leben retten. Schützen kann man sich durch gesunde ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse, auch indem man sich bei bestehender Helicobacter pylori Gastritis einer Antibiotika-Kombinationstherapie unterzieht und als Risikopatient (siehe oben) zur regelmäßigen Magenspiegelung geht.

(c) 2011, Gemeinschaft niedergelassener endoskopisch tätiger Internisten im Saarland e.V.